Sir Winston Churchill – Ein Porträt

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In meinem heutigen Artikel lasse ich etwas die Vergangenheit von Großbritannien aufleben. Großbritannien schlug sich tapfer durch den Ersten und Zweiten Weltkrieg und ging sogar am Ende als einer der Siegermächte hervor. Doch welche gebündelten Kräfte hatte es benötigt, um in solch eisigen Zeiten einen klaren Kopf zu bewahren? Viele wichtige Staatsmänner trugen positiv mit ihrem Input in diesen Zeiten zu einer klaren politischen Richtungsweisung bei. Einen davon werde ich euch heute vorstellen. Er ist einer der bekanntesten Figuren in der Geschichte von Großbritannien, zog Hand in Hand mit Großbritannien durch die schwierigsten und gefährlichsten Epochen und ohne ihn wäre Großbritannien vermutlich heute auch nicht das glorreiche Land, was es de facto ist. Die Rede ist natürlich von Winston Churchill. Warum ich mich genau für Winston Churchill entschieden habe? Weil ich denke, dass Winston ein Staatsmann war von dem so einige Politiker heutzutage etwas lernen können. Obwohl er als eher schroff galt, begründete er seine Entscheidungen immer unter Einbezug von Werten und klaren Fakten. Er zeichnete sich durch Heldenmut, Abenteuerlust, Ehrlichkeit und Leidenschaft aus. Es machte ihm nichts aus, von so manchen politischen Partner für sein Verhalten als nicht tauglich gebrandmarkt zu werden. Wie die Geschichte hervorbrachte, zog er stets das korrekte Verhalten unter Einbezug der Gesamtgesellschaft dem Entscheidungsverhalten unter Einbezug einer Teilgesellschaft vor. Dies zeigte sich kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges auch darin, dass er sich nicht nur um die Anliegen der einflussreichen Bevölkerung sondern auch um die Anliegen der nicht so privilegierten Gesellschaft kümmerte.

Die Anfänge der Erfolgsstory

Sir Winston Churchill lebte von 1874 bis 1965. Er wuchs als Sohn einer alten englischen Adelsfamilie auf, wurde in seinem späteren Lebensabschnitt zum britischen Premierminister ernannt und ist unter anderem ein Nobelpreisträger in Literatur. Als er mit zwanzig Jahren die Schule verließ, konnte man noch nicht ahnen, welchen prägenden Einfluss dieser Mann in Großbritannien einst haben wird. Er war – um es passend zu formulieren – wahrlich kein 1er Kandidat und schaffte nicht einmal das Abitur. Doch auch wenn er kein allzu guter Schüler war, begann der doch sehr früh aus der Masse des britischen Volkes herauszustechen. In den Jahren von 20 bis 25 öffneten sich ihm die Pforten zur breiten Gesellschaft, als er begann, sich literarisch und militärisch zu verwirklichen. Er konnte sich selbst mit Ende 25 bereits Berufsoffizier, Husaren Leutnant und letztlich auch angehender Journalist nennen. Da Winston nicht den Idealen seiner Familie entsprach, wirkte der Tod seines Vaters für ihn wie ein Sprungbrett in die Freiheit. Winston prägte diese Jahre mit folgendem Satz:

„Von nun an war ich Herr meiner Geschicke“

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Quelle: Spiegel Online

Als er seinen Dienst beim Militär antrat, unterstützte seine Mutter ihn mit etwa 500 Pfund im Jahr. Zu damaligen Zeiten glich diese Summe einem halben Vermögen, doch reichte es trotzdem nicht ganz aus, um die Kosten zu decken. Die natürliche Folge war also, dass Winston sich anderwärts noch ein Standbein aufbauen musste. Da er in der Öffentlichkeit schon sehr bekannt war und man über ihn bereits sprach, entdeckte er den Journalismus für ihn. Sein Erfolgsrezept lag darin, unparteiisch zu agieren und sich kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Die Anfänge seiner literarischen Werke spezialisierten sich auf die Kriegsführung. Schon bald veröffentlichte der junge Journalist sein erstes Buch namens „The Story of the Malakand Field Force“ und handelte von einem Feldzug der britischen Armee an der Nordwestgrenze im Jahre 1897. Dieses Buch wurde mit offenen Armen in der breiten Öffentlichkeit begrüßt. Nachdem darauf noch viele weitere journalistische Leistungen gefolgt hatten, wurden zunehmend hochrangige Staatsmänner auf ihn aufmerksam. Eine beachtliche Anzahl an Ministern und Staatssekretäre luden ihn ein, um sich mit ihm über seine bisherigen Leistungen zu unterhalten. Ihm wurde zunehmend klar, in welche Richtung er sich in Zukunft bewegen würde, nachdem ihm sogar der Premierminister „Robert Gascoyne-Cecil, 3. Marquess of Salisbury“ zu ihm einlud. Winston Churchill kommentierte diese Situation damals folgenderweise:

„Politik ist beinah so aufregend wie Krieg – und ebenso gefährlich. Im Krieg kann man nur einmal abgeschossen werden, aber in der Politik oft und oft.“

Der Weg ins britische Parlament

Aller Anfang ist schwer. Dieser Satz war prägend für die Anfänge der politischen Karriere des Winston Churchill. Er hatte zwar nun eine neue Leidenschaft für sich entdeckt, doch stellte sich schnell heraus, dass ihm Krieg und Wort mehr lagen als die Politik an sich. Nach der ersten Wahlniederlage in der Arbeiterstadt „Oldham“ hing er mehr oder weniger ein wenig in der Luft. Doch schnell wandte sich das Blatt wieder. Im Oktober 1899 brach in Südafrika der „Burenkrieg“ aus. Dieser Krieg wurde zwischen Großbritannien und den beiden Burenrepubliken „Oranje-Freistaat“ und „Südafrikanische Republik“ ausgefochten. Trotz der militärischen Überhand ritt Großbritannien von einer Niederlage in die nächste. Alle Ampeln wurden auf Rot geschalten, als klar wurde, dass die britische Armee sich nicht anständig zur Wehr setzen konnte. In Folge herrschte in Großbritannien tiefe, fassungslose Niedergeschlagenheit. So mancher fragt sich vermutlich, wie Winston mit diesem Krieg in Verbindung gebracht werden konnte. Anfangs lautete die Story, dass es einen Burenüberfall gegeben hatte, bei dem ein junger Mann klar gehandelt hatte und somit die Situation in den Griff bekam. Die Situation bezogen auf Winston Churchill wird laut (Haffner, 2014) folgendermaßen beschrieben:

„Er war (Sensation!) eigentlich nur ein Kriegsberichterstatter, aber in dem allgemeinen Durcheinander hatte er das Kommando ergriffen (zweite Sensation!), die Lokomotive freigemacht, alle Verwundeten aufgeladen und sie so gerettet. Bei dem Versuch, auch den Rest des Zuges freizukämpfen, war er dann (Sensation!) in Gefangenschaft geraten. Sein Name? Vierte Sensation: Leutnant Churchill, Sohn des berühmten Lord Randolph Churchill, Verfasser vielgelesener und vielumstrittener militärkritischer Bücher!“

Kurz darauf wurde die Botschaft verkündet, dass Churchill von den Buren erschossen wurde. Und wieder ein paar Wochen später kam die erfreuliche Botschaft, dass Churchill lebe. Die Geschichte wurde noch mit Einzelheiten untermauert, sodass Winston am Ende als Volksheld vom Krieg zurückkehrte. Kurz darauf nahm er den Dienst beim Militär als Offizier für ein halbes Jahr wieder auf und kämpfte bis zum Ende des Burenkrieges. Nachdem er dem militärischen Dienst wieder entsagt hatte, stellte er sich erneut zur Wahl in der Arbeiterstadt „Oldham“. Aufgrund der glorreichen Vorgeschichte gewann er nun diese Wahl, ohne weitere Anstrengungen zu unternehmen. Er hatte es nun geschafft. Er zog als einer der interessantesten jungen Männer dieser Zeit in das britische Parlament ein. Als er im Winter seinen ersten Vortrag in Amerika hielt, wurde er von „Mark Twain“ in New York mit folgenden Worten vorgestellt (Haffner, 2014):

„Meine Damen und Herren, ich habe die Ehre, Ihnen Winston Churchill vorzustellen: Held von fünf Kriegen, Autor von sechs Büchern und künftiger Premierminister von England.“

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Quelle: Goalcast

Die politische Karriere

Winston Churchill startete seine Karriere als frisch gewählter Abgeordneter der Konservativen. Jedoch wechselte er während seiner Karriere zweimal die Lager. In England glich damals ein Parteiwechsel einem politischen Selbstmord, doch Winston überlebte es zweimal und ging sogar beide Male triumphierend hervor. Niemandem außer Winston gelang dieses „Streich“. Hier zeigte sich wie damals bei seinem Vater „Lord Randolf Churchill“ schon die Uneinsichtigkeit gegenüber der Feindschaft der Liberalen und Konservativen und der unglaubliche Mut zu neuen Richtungen in der Politik. Er war immer der Überzeugung, dass er in seinem Leben für etwas Großes bestimmt sei. Wie die Geschichte zeigt, erfüllte sich diese Erwartung in jeder Hinsicht. Er konnte es nicht ertragen, im Parlament lediglich als Hinterbänkler zu agieren. Seine Aufgaben bestanden lediglich darin, gute Reden zu halten und bei Abstimmung die Partei durch seine Stimme zu unterstützen.

Winston Churchill verbündete sich mit einem der mächtigsten Männer des damaligen Großbritanniens. Dieser Verbündeter war niemand geringeres als der 53. Premierminister „Earl David Lloyd George“. Die beiden glichen sich grundsätzlich wenig, da Winston eher als Kriegsmann galt und Earl Lloyd fast schon als Pazifist bekannt war. Beide waren jedoch hochgebildete, feinbürgerliche, würdigende, vielleicht etwas eiserne Figuren, die damals ein Kabinett von lauter ersten Geigen bildeten. (Haffner, 2014) Seine erste große Aufgabe bestreitet Churchill als ihn damals eine Schreckensnachricht ereilte:

„Plötzlich wurde eine große Depeschenbox ins Zimmer gebracht. Churchill zog seinen Geheimschlüssel aus der Tasche, öffnete die Box und entnahm ihr ein einziges Blatt. Auf dem Blatt standen die Worte: ‹Deutschland hat Russland den Krieg erklärt.“

Es wurde von ihm erwartet, die Situation richtig einzuordnen und klare Entscheidungen zu treffen. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges übte er sich in der internationalen Kriegsführung. Es war für ihn so etwas wie eine Feuertaufe. In den Jahren 1914 und 1915 waren alle Augen auf Winston Churchill gerichtet. Obwohl Winston ein geübter Kriegsmann mit viel Erfahrung war und als oberster Befehlshaber der britischen Admiralität agierte, versagte er kläglich bei der Kriegsführung. Er war einer der drei Männer, die Großbritannien im Ersten Weltkrieg lenkten. Im Mai 1915 war Churchill ein politisch ruinierter Mann. Wobei hierbei zu beachten ist, dass Churchill als einziger der drei Männer ein tieferes Verständnis für die Kriegsführung besaß und als einziger klare Konzepte und schöpferische Ideen vorbringen konnten. Genau diese Eigenschaften brachten ihn letztendlich jedoch zum Fall. Er war verhasst bei den Konservativen und ein Neuling bei den Liberalen. Politisch hatte er also relativ wenig Rückhalt.

Als damals die „Belagerung von Antwerpen“ stattfand, machte sich Winston auf eigene Faust auf nach Belgien und übernahm ohne Legitimation das Kommando der ansässigen Armee. Er entsandte kurz darauf ein Telegramm nach Großbritannien mit der Bitte, ihn von seinem Amt zu entheben und als General zu reaktivieren und ihm zusätzlich das Kommando über die „Antwerpen-Front“ zu übertragen. Sein Plan, wie er die deutschen Heere besiegen würde, war strategisch einwandfrei, doch wurden ihm die benötigten Mittel für die Durchführung dieser Offensive nicht genehmigt. Wie vorher schon beschrieben: Er hatte keinen Rückhalt bei den Parteien. Niemand hatte seinen Plan begriffen. Er bemühte sich aber auch nicht, seinen Plan verständlich zu machen. Was blieb, war ein allgemeines Kopfschütteln über sein exzentrisches Verhalten und ein bedenkliches Brauenhochziehen über die rücksichtslose Aufopferung seiner Marinerekruten. Vor der Öffentlichkeit, auch vor seinen Kollegen, stand er da als ein Mann, der bereit war, eines der höchsten Regierungsämter in einer plötzlichen Laune hinzuwerfen, um eines örtlichen militärischen Abenteuers willen, das dann auch noch fehlschlug! Er war jetzt angeschlagen. (Haffner, 2014)

Der letzte Lebensabschnitt

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Quelle: Zeit.de

Nachdem Winston Churchill nun angeschlagen war, kämpfte er sich bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieg durch das Parlament. Nichtsdestotrotz gewann er das Vertrauen der Bevölkerung und der Regierung zurück, als er damals für das Amt des 61. Premierminister kandidierte und gewann. Denn gerade jene Eigenschaften, welche ihn damals im Ersten Weltkrieg zu Fall brachten, stellten sich am Ende seiner politischen Karriere als wahrhaftige Stärken heraus. Er wurde während des Zweiten Weltkrieges zu einer der erfolgreichsten Premierminister in der Geschichte von Großbritannien. Dies hatte unter anderem damit zu tun, dass Großbritannien zusammen mit den USA, Frankreich und der Sowjetunion der „Anti-Hitler-Koalition“ angehörte. Winston Churchill wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Volksheld verehrt. Königin Elisabeth II. schlug Winston Churchill 1953 zum Ritter des Hosenbandordens. Im selben Jahr wurde ihm der Nobelpreis für Literatur zugesprochen – nicht nur für seine große „Marlborough-Biographie“ und seine Kriegserinnerungen, „Der Zweite Weltkrieg“, sondern generell „… für seine Meisterschaft in der historischen und biografischen Darstellung ebenso wie für seine brillante Redekunst zur Verteidigung höchster menschlicher Werte.“ Da er nach seinem Schlaganfall noch bettlägerig war, nahm seine Frau Clementine den Preis stellvertretend für ihn entgegen. Nach seinem Rücktritt verbracht Winston noch weiter 10 Jahre gemeinsam mit seiner Familie in seinem Adelssitz.

Quellen:

  • Sebastian Haffner (2014); Winston Churchill; Rowohlt E-Book

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