5G – Pionierleistung oder Gefahr?

Eine kleine Einleitung

Bildergebnis für 5g
Quelle: bildung-forschung.digital

In meinem heutigen Blogartikel werde ich das hochaktuelle Thema namens „5G“ behandeln, welches zurzeit in den Medien heiß diskutiert wird. Ich habe dieses Thema gewählt, weil ich es sehr interessant finde, wie unterschiedlich die Ansichten in der Wissenschaft sowie auch in den Medien sind. Einerseits wird 5G als wertbringende Entwicklung für die Menschheit und als Meilenstein in der Geschichte des Mobilfunks präsentiert und andererseits wird 5G als potenzielle Gefahr für die Gesundheit der Gesellschaft beschrieben. Ich vermute, dass beide Ansichten ein Stück Wahrheit besitzen und sich die tatsächlichen Auswirkungen nur mit einer anständigen Langzeitstudie wiedergeben lassen. Um die Materie von einer Art Vogelperspektive zu betrachten, gliedere ich den Beitrag so, dass ich anfangs eine Art geschichtliche Einleitung zur Entwicklung des Mobilfunknetzes gebe und ab etwa Mitte des Beitrages die aktuelle Kritikpunkte erläutere.

Die erste Generation

Einleitend zu diesem Thema beschreibe ich zunächst den Weg von der 1. Generation bis zur 5. Generation. Die Entwicklung des Mobilfunknetzes nahm seine Anfänge mit der Einführung des sogenannten „Advanced Mobile Phone System“ (AMPS). Dabei handelt es sich um ein analoges Mobilfunksystem und wird als „1. Generation“ des Mobilfunknetzes bezeichnet. In Deutschland war es erstmals etwa 1952 möglich, eine Verbindung zwischen einem mobilen Endgerät und einem Festnetzgerät aufzubauen. Das „Advanced Mobile Phone System“ erhielt in den Jahren von 1958 – 1986 drei Updates. Es wurde vom A-Netz bis zum C-Netz weiterentwickelt. Anfangs waren die Menschen gegenüber der ersten Generation des Mobilfunknetzes eher skeptisch, doch mit der Zeit stellte sich heraus, dass es so manche Erleichterung in ihren Alltag brachte. Dies lässt sich klar aus den Teilnehmerzahlen herauslesen:

Quelle: Elektronik-Kompendium

Die zweite Generation

Nachdem das C-Netz nicht mehr genügt hatte, wurde die 2. Generation des Mobilfunknetzes namens „Global System für Mobile Communications” (GSM) bzw. „D-Netz“ im Jahre 1992 eingeführt.  Dieses Mobilfunknetz basierte auf der „DCS-Technik“ (Digital Cellular System) und hatte das Ziel, eine gemeinsame europäische Abdeckung herzustellen. Das „GSM“ ist unmittelbarer Nachfolger des „C-Netzes“ und stellte das erste voll digitalisierte Mobilfunknetz in der Geschichte der Menschheit dar. Des Weiteren machte dieses Netz erstmals die breite Nutzung von – aus heutiger Sicht betrachtet – alltäglichen Anwendungen möglich. Funktionen wie SMS, Fax, Notebook-PC-Anbindungen und die mobile Internetnutzung wurden mit der GSM-Erweiterung durch „EDGE“ im Jahre 2000 möglich. So wie auch in der fünften Generation wurde schon damals eine Forderung des Ausbaues der Sendemasten gestellt. Durch die geringe Senderreichweite musste eine flächendeckende Bereitstellung des Mobilfunknetzes stattfinden. Es wurden also mehrere Sendemasten in einem geringeren Abstand erbaut.

Die dritte Generation

Als die Entwicklung von internetbasierten Anwendungen und Dienstleistungen so richtig an Fahrt aufnahm, wurden allmählich eine stärkere Datenkapazität benötigt. Gewisse Dienste funktionierten nur noch mit einer höheren Datenkapazität. Der Aufstieg der neuen Anwendungen ging einher mit dem exponentiellen Anstieg der benötigten Datenmengen. Es kam somit zur Einführung der 3. Generation, welche sich „Universal Mobile Telecommunications System“ (UMTS) nannte. Was waren nun die maßgeblichen Entwicklungen dieser Generation? Einerseits standen den Endnutzern nun größere Frequenzbereiche zur Verfügung, andererseits wurde die maximale Bandbreite auf 384 KBit pro Sekunde angehoben. Die Bandbreite ist, denke ich für jeden verständlich, doch den Frequenzbereich erkläre ich näher. Dafür habe ich im „Informationszentrum-Mobilfunk“ eine einfache Erklärung gefunden. Diese lautet wie folgt:

„Wenn man sich Frequenzbereiche als Straßen vorstellt, ist die GSM-Mobilfunkverbindung eine einspurige Straße zwischen Sender und Empfänger, auf der alle Teilnehmer einzeln hintereinander fahren müssen. Bei UMTS ist das nicht nötig: Wie auf einer mehrspurigen Autobahn „fahren“ die Daten zu „Paketen“ verpackt auf dem schnellsten Weg zum Ziel. Dort werden sie sortiert, entschlüsselt und wieder zu Sprache oder Daten zusammengesetzt. Codierungen sorgen dafür, dass jeder nur die für ihn bestimmten Daten entschlüsseln kann. Dieses Verfahren ist effizient und schnell. Der Nachteil: Wenn viele die „Datenautobahn“ nutzen, wird es für alle etwas langsamer.“

Die vierte Generation

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Quelle: phonandroid.com

Nachdem die dritte Generation nun auch nicht mehr ausreichend war, wurde die 4. Generation des Mobilfunknetzes ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um „Long Term Evolution“ (Langfristige Entwicklung). LTE wurde unter anderem auch unter dem Namen 3.9G bekannt. Das Ziel der 4. Generation war, einen weltweit neuen Standard herzustellen, um somit jedem Menschen auf die gleiche Art und Weise Zugang zu einer hohen Bandbreite zu verschaffen. 4G stellte in Aussicht, eine Bandbreite von insgesamt 300 MBit pro Sekunde nutzen zu können. Da hier eine so hohes Ausmaß an Bandbreite zur Verfügung gestellt wurde, stelle dies natürlich auch die Weichen für so manche heute sehr übliche digitale Produkte und Dienstleistungen. Mitunter wurden mittels 4G HD-Fernsehen, Videostreaming, Gaming, Maschine-zu-Maschine-Kommunikation, Cloud-Computing, Industrie 4.0 und vieles andere möglich. Daher kam es des Weiteren auch zur Entwicklung von drei mit der Cloud in Verbindung stehender Servicemodelle namens „Software as a Service“, „Platform as a Service“ und „Infrastructure as a Service“. Ich vermute, jeder von uns verwendet hin und wieder eines dieser Servicemodelle, denn sie sind in gewisser Weise Bestandteile unseres Lebens geworden.

Die fünfte Generation

Nun befinden wir uns im Jahre 2019. Wie man es aus der Geschichte des Mobilfunks kennt, unterliegt die benötigte Bandbreite in der Gesellschaft einem gewissen exponentiellen Wachstum. Was heißt das jetzt genau? Betrachtet man die jüngsten Entwicklungen, so lässt sich herauslesen, dass mit der Verbreitung (=Nutzungsanstieg) des Mobilfunks eine Nachfrage einhergeht, die stetig einen Anstieg der zur Verfügung gestellten Bandbreite fordert. Daher verspricht die 5. Generation des Mobilfunks eine noch höhere Bandbreite, bessere Latenzzeiten (Reaktionszeit) und viele neue Anwendungsbereiche wie etwa den vernetzten Straßenverkehr, drahtlos angebundene Produktionsmaschinen und Augmented Realiy für die Industrie 4.0, ferngesteuerte Drohnen und vieles Weiteres. Alle diese Anwendungen werden nur möglich, weil Schätzungen zufolge 5G in Sache Bandbreite etwa das 100-fache von 4G zur Verfügung stellen wird. Um ein so leistungsstarkes Netz jedermann anbieten zu können, hat man sich dazu entschlossen, zusätzliche Mobilfunkanlagen an nicht abgedeckten Orten zu platzieren. Damit sollte die Flächendeckung gewährleistete werden. Diese Mobilfunkanlagen haben in etwa die Größe eines W-LAN-Routers. Es wurde zugesichert, dass sich an den bereits bestehenden Sendemasten äußerlich nicht viel ändern wird.

Strahlenbelastung

Schon im Jahre 2011 stufte die Weltgesundheitsorganisation „häufiges Telefonieren“ als möglicherweise krebserregend ein. Wissenschaftler und Ärzte setzen sich zunehmend gegen die Einführung von 5G ein. Ein Schreiben, welches von 180 Wissenschaftlern und Ärzten aus 36 Ländern unterzeichnet wurde, forderte die Einstellung des Ausbaus von 5G und die vollständige Aufklärung der Menschen über die Gefahren von 5G. Des Weiteren wurde in diesem Schreiben betont, dass der Ausbau erst wieder starten sollte, sobald klar ist, in welchem Ausmaß die Strahlung dem Menschen Schaden zufügen könnte. Zu den wissenschaftlich bestätigten Schäden der elektromagnetischen Strahlung gehören unter anderem:

  • erhöhtes Krebsrisiko
  • Zellstress
  • eine Zunahme schädlicher freier Radikaler
  • Genschäden
  • strukturelle und funktionelle Veränderungen im Fortpflanzungssystem
  • Lern- und Gedächtnisdefizite
  • neurologische Störungen
  • negative Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden bei Menschen

Diese Auswirkungen wurden mittels mehrerer Studien nachgewiesen und belegt. Das Problem an der ganzen Sache ist jedoch, dass es mindestens genauso viele Studien gibt, die beweisen, dass elektromagnetische Strahlung, die alle oben genannten Folgen nicht hervorrufen. Also wie wir sehen, steht hier Aussage gegen Aussage. Eine Langzeitstudie würde in diesem Fall einiges an Erkenntnis bringen und ließe darauf schließen, was nun stimmt oder eben nicht.

Elektromagnetische Strahlung

Ähnliches Foto
Quelle: memon.eu

Dass die elektromagnetische Strahlung nicht unbedingt zur Vitalität von Körper und Geist beiträgt, ist, denke ich den meisten klar. Mir persönlich scheint es nur logisch, dass eine größere Anzahl der Sendegeräte nur zu einer natürlichen Erhöhung der Strahlenbelastung führen kann. Es wird aber oft behauptet, dass es dazu kommen kann, dass die Strahlenbelastung durch das 5G-Netz sinken werde. Diese These lässt sich ganz einfach erklären. Jedes Endgerät besitzt einen sogenannten „SAR-Wert“. Dieser Wert ist der individuelle Strahlenwert des Gerätes und kann folgendermaßen klassifiziert werden:

„Je niedriger dieser Wert ist, umso weniger erwärmt sich das menschliche Gewebe durch die Strahlung. Empfohlen ist ein Grenzwert von 2,0 W/kg. Auf der Webseite der Strahlenschutzbehörde kann jedes Gerät auf seinen SAR-Wert abgefragt werden. Generell sollte das Smartphone so weit wie möglich vom Körper entfernt sein. Vor allem bei schlechtem Empfang sollte zu Kopfhörern gegriffen werden und das Gerät am Tisch liegen, so die Empfehlung vieler Ärzte.“ (die Presse)

Es wird des öfteren erklärt, dass die Endgeräte weniger ausstrahlen, wenn sie guten Empfang haben. Das Gerät muss sich also weniger anstrengen um Empfang zu bekommen. Dadurch, dass zu den bereits bestehenden Sendemasten noch zusätzliche Empfangsgeräte installiert werden, kann es also dazu kommen, dass es weniger empfangslose Endgeräte gibt. Dies führt wiederum dazu, dass die Geräte an sich weniger ausstrahlen. Jedoch bleibt immer noch die Frage, inwiefern sich die erhöhte Strahlenbelastung durch ausstrahlende Sendemasten und Empfangsgeräte auf den menschlichen Körper auswirken.

Quellen:

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